Tahir Chaudhry

Die Eifersucht der Anti-Religösen

“Ohne Religion wäre die Welt besser dran!” Viele in unserer Gesellschaft würde diese These sofort unterschreiben. Bei uns liegt Kritik an Religionen hoch im Trend. Wer nicht zur Kirche, in die Synagoge oder Moschee geht, aber religiös bleiben möchte, der glaubt an Gott und misstraut Seinem “Bodenpersonal”. Er nennt sich fortan “Agnostiker” und hängt philosophischen Theorien an, die seinen Geist zu angenehmen Spaziergängen anregen, ohne zu folgerichtigen Handlungen und Taten zu verpflichten. Oberflächkeit wirkt anziehend. Auf diesem Gebiet herrscht eine gewaltige Konkurrenz. Buddhistische Sekten, New Age, Feng-Shui oder Esoterik gelten als zeitgemäße Alternative.

Die Religion ist schuld?

Einerseits hält sich der Vorwurf, die Religionen seien die Wurzel allen Übels, andererseits müssen wir nicht weit in die Vergangenheit schauen: Leninisten, wie die Tamilen-Tiger, sprengten sich genauso in die Luft wie radikal-islamistische Selbsmordattentäter der Al-Qaida. In ihren Zielen einen eigenen Staat zu errichten, gleichen sie auch der ethnisch-nationalistischen IRA in Irland.
Tahir Chaudhry

Tahir Chaudhry

(23) ist Journalist, Blogger und Dokumentarfilmer. Er studiert Islamwissenschaften und Geschichte in Kiel.