Eröffnungstatements
Wollen wir einen stärkeren Einfluss von Frauen in unserer Gesellschaft? Wollen wir mehr Frauen in
Führungspositionen? Wollen wir mehr Frauen in der Politik?
Jeder aufgeklärte und liberal denkende Mensch beantwortet diese Fragen seit Jahren und Jahrzehnten mit einem klaren Ja. Doch die Lebenswirklichkeit entspricht diesem Denken in keinster Weise. Noch immer sind Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unterrepräsentiert oder werden sogar diskriminiert. Zwar versucht die Politik schon lange mit Maßnahmen gegenzusteuern. Doch mit welchem Erfolg? Einzig in Nuancen hat sich etwas verändert.
Wir diskutieren zurzeit wieder sehr intensiv über das Thema Frauenförderung. Doch die Diskussion alleine bringt uns nicht weiter. Auf den Faktor Zeit zu setzen, wäre fatal, denn wir können es uns weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich leisten, noch eine Generation oder auch nur einen Jahrgang von hochqualifizierten und motivierten Frauen in gesellschaftliche Prozesse nicht mit einzubeziehen und damit zu frustrieren.
Die Einführung einer Frauen- oder Geschlechterquote ist für mich als Liberale ein schwerer Eingriff in das freie Spiel der Kräfte in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Deshalb ist eine Quotierungen für mich ein temporäres Mittel zum Zweck. Sie muss jedoch branchenspezifisch realistisch sein.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir keine Debatte um die Quote an sich führen. Vielmehr dürfen wir den Zweck nicht aus den Augen verlieren. Dieser heißt aus liberaler Sicht: Freiräume für Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft schaffen. Positive Nebeneffekte könnten und sollten sich dabei auch für den männlichen Teil der Bevölkerung einstellen: Flexiblere Arbeitszeiten und Lebensläufe, größerer Freiraum für die familiäre Entfaltung und nicht zuletzt das Abstandnehmen von einer ineffektiven Anwesenheitskultur.
Nachdem alle bisherigen Versuche scheiterten oder nur geringen Erfolg hatten, bleibt aus meiner Sicht nur das harte, aber effektive Mittel der Quote, damit die gesetzten Ziele schnell erreicht werden.
Europäische Frauenquote der falsche Weg
Es ist unstrittig, dass es zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt. Die Forderung im Berichtsentwurf nach gesetzlichen Quoten ist aber der falsche Weg. Ich appelliere an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, diesem realitätsfernen Ansinnen eine Absage zu erteilen.
Es darf nicht sein, dass letztlich das Geschlecht und nicht die Eignung bei der Besetzung von Führungspositionen entscheidet. Eine gesetzliche Quote berücksichtigt auch die unterschiedlichen Voraussetzungen in den einzelnen Branchen und Betrieben nicht. Deshalb sind differenzierte und unternehmensspezifische Lösungen zur Erhöhung des Frauenanteils in Belegschaften und Führungspositionen der einzig richtige Weg.
Die Entwicklung in den deutschen Unternehmen ist positiv: Fast 28 Prozent aller Führungspositionen sind bereits heute mit Frauen besetzt. Damit ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen mittlerweile fast genauso hoch wie der von Frauen geleistete Anteil an Vollzeitarbeit von 30 Prozent.
Voraussetzung dafür, dass noch mehr Frauen in Führungspositionen tätig sind, ist eine Erhöhung des Anteils an vollzeitbeschäftigten Frauen. Flexible Arbeitszeiten, die es inzwischen in fast allen Unternehmen gibt, helfen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Aber auch der Staat muss bessere Voraussetzungen schaffen: Es fehlen noch immer ausreichende Kinderbetreuungsplätze und Ganztagsschulen.
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Schlussabstimmung
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Also bei allem was aus sich trotz liberalen Gedankengutes, und insofern finde ich es wirklich bemerkenswert, dass sich eine FDP-Abgeordnete dafür ausspricht, dagegen stellen mag, ein muss gesagt werden: Bislang hat der freie Markt es eben nicht geregelt, daher für eine Quote, zumindest für den Anfang!
Quotierungen für Frauen, Behinderte, Minderheiten usw. sind eine Belastung für die Arbeitgeber, deren Wirkung in geringere Konkurrenzfähigkeit tendiert. Vornehmlich sollten die Marktkräfte entscheiden.
In welchen Fällen haben denn so künstlich geschaffene Regelungen schon mal etwas gebracht? Mit fällt dazu kein Beispiel ein.
Wir können ja davon ausgehen, das Firmen in der Regel die am besten passendsten Mitarbeiter für eine Stelle wollen – dabei sollte das Geschlecht doch nur eine untergeordnete Rolle spielen.