Im November lädt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Veranstaltung „Entwicklung ländlicher Räume – neue Partnerschaften aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“ ein. Auf der Einladungsliste stehen auch junge Journalisten. Als Bewerbung reicht ein Lebenslauf und eine formlose Bewerbung per Email. Weiter heißt es in der Einladung: „Bitte klären Sie vorab eine mögliche Veröffentlichung Ihres Beitrags mit Ihrer Redaktion und vermerken Sie dies entsprechend in Ihrer Bewerbung.“

Neben jungen Journalisten suchen die Veranstalter außerdem einen Mentor, der die jungen Kollegen betreuen soll. Die Voraussetzung: Mindestens fünf Jahre im Beruf und „Spaß an der Arbeit mit jungen Leuten“. So weit so gut. Doch dann heißt es noch: „Idealerweise arbeiten Sie für ein Medium, das die Beiträge der jungen Kolleg/innen im Anschluss an die Konferenz veröffentlichen kann (nicht entscheidend für das Auswahlverfahren).“ Auch wenn mit dem Nachsatz in der Klammer versucht wird, diesen Punkt zu relativieren, so wirft er doch Fragen auf. Bei der Entscheidung, dürfte dieser Punkt doch nicht ganz unwesentlich sein. Geht es nun darum, die Veranstaltung in einem Blog oder einer Veranstaltungsbroschüre zu dokumentieren, oder sollen die Teilnehmer Artikel über die Veranstaltung in den Medien, für die sie arbeiten, unterbringen?

Für die Organisation der Veranstaltung ist die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) verantwortlich, die Pressearbeit hat eine Freie Mitarbeiterin der GTZ übernommen. Im Entwicklungshilfeministerium möchte man Nachwuchsjournalisten einen „exklusiven Zugang“ zu der Veranstaltung ermöglichen. Man freue sich, wenn dann Artikel veröffentlich werden, aber es geben keinen Zwang bestimmte Dinge zu schreiben, so ein Ministeriumssprecher. Und auch seitens der GTZ sprich man, was die Veröffentlichung der Artikel angeht, von einem „Nebeneffekt“.

Auch wenn dies tatsächlich so sein sollte verschwimmen bei dem Programm die Grenzen zwischen einer Veranstaltungsdokumentation, einer Fortbildung für Nachwuchsjournalisten und der Platzierung von Artikeln. Auch wenn die Organisatoren das Problem nicht sehen, grade junge Journalisten kommen hier in eine schwierige Situation.