Roland Bernhard. Foto: PR.

Roland Bernhard. Foto: PR.

„Ich möchte das Ohr am Kunden haben“, sagt Landrat Roland Bernhard. Der Kunde, das ist in diesem Fall der Bürger, und Bernhard ist Chef eines Dienstleistungsunternehmens, des Landkreises Böblingen. Seit dem Oktober 2008 führt er die Landkreisverwaltung. In der Führung nach innen sei er ein Chef mit strenger Hand. Und er sei immer offen für neue Überlegungen. Man müsse die Ohren aufmachen und sensibel bleiben. Um das auch im digitalen Zeitalter zu tun ist der gelernte Jurist seit einiger Zeit unter die Blogger gegangen. Auf der Internetseite des Landkreises schreibt er seit Mai kurze Beiträge. „Wir sind einer der ersten Landkreise, der Blogs einsetzt“, so Bernhard.

Seine Herkunft habe ihn geprägt, so der Jurist. Nach seiner Geburt im Jahr 1957 wuchs er mit seinen fünf Geschwistern in einem kleinen Dorf bei Horb auf. Seine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft. „Es war eine harte und schwierige Zeit. Die Verhältnisse waren nicht rosig, das Budget war knapp. Jeder musste mithelfen“, sagt er heute rückblickend. Aber er konnte auf das Gymnasium gehen, während seiner Zeit bei der Bundeswehr kam die Idee, Jura zu studieren.

„Ich hatte den Drang, für Gerechtigkeit zur Sorgen“, so die Begründung für das Fach. Nach dem Referendariat wurde er Leiter des Rechts- und Kreissozialamtes im Landratsamt Böblingen. Dort habe er sich sehr wohl gefühlt. Es folgt der Wechsel ins Innenministerium und eine Station als Erster Landesbeamter in Calw, bevor er 2008 als parteiloser Kandidat zum Landrat im Kreis Böblingen gewählt wurde. In eine Partei hat es ihn nie gezogen, er genieße die Freiheit. Und mit parteipolitischem Geplänkel könne er nichts anfange, sagt er.

Aus seiner Kindheit ist ihm die Nähe zur Natur geblieben. Von seinen Eltern hat er einen Wald übernommen, den er pflegt. Wenn er mal Zeit hat, spielt er gerne Fußball. Doch bei sechs Kindern im Alter von 12 bis 29 Jahren, bleibt nedem dem Beruf nicht viel Zeit. Aber: „Es hält einen jung.“

 

Beim Thema Verkehr wird ja wieder über Bahnlinien diskutiert. Hat es Sie überrascht, dass aktuell noch einmal eine andere Streckenführung der Gäubahn zur Debatte steht?

„Es hat mich schon überrascht, dass dies noch mal so hochkocht und mit so einer breiten politischen Wucht auf die Agenda gehoben wird. Das löst Sorge und befremden aus.“

Rechnen Sie mit einer neuen Streckenführung?

„Ich bin guter Dinge, dass die Grundlage der Volksabstimmung nicht noch mal zu einer Bürgerbeteiligung gemacht wird. Man kann Bürgerbeteiligung auch instrumentalisieren. Das darf nicht sein. Die abgeschlossenen Verträge müssten eingehalten werden.“