Wolfgang Grupp. Foto: Landwehr.

Wolfgang Grupp braucht sich nicht warmlaufen. Meist ist er schon auf Hochtouren. Die Stimme laut, die Gestik ausgeprägt, die Aussagen manchmal hart: „Wer einmal ein Versager war, den lasse ich nicht mehr zu Wort kommen“, sagt er dann etwa. Er hat Grundsätze, zu denen er steht. Das diese nicht allen gefallen weiß er. Aber er hat auch gelernt, dass die Medien solche klaren Aussagen lieben. Mit seinem Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland schaffte er es in die Talkshows, als Redner ist er gefragt. Und auch die Politik freut sich gelegentlich, wenn er sich zu Wort meldet. „Globalisierung ist eine Riesenchance“, habe er letztens gesagt und dafür Zuspruch der örtlichen CDU-Abgeordneten bekommen. Wenn er sich für eine Reichensteuer ausspricht, sieht das schon anders aus. Und auch mit Aussagen wie „Die Finanzkrise ist von den Studierten gemacht“, ist das so eine Sache.

Trifft man Wolfgang Grupp, so merkt man, dieser Man verlangt sich und anderen viel ab. Vielleicht war es das Jesuitenkolleg in St. Blasien, welches ihn so formte, vielleicht das Leben auf der Alb. 1942 in Burladingen geboren übernahm er nach dem Wirtschaftsstudium in Köln das Unternehmen Trigema. Damals mit mehreren Millionen DM verschuldet, heute steht in der Bilanz bei Krediten eine Null. Seine Philosophie ist einfach: „Das was gelaufen ist, habe ich produziert“, er sei der schnellste und der flexibelste gewesen. Produziert wurde immer in Burladingen und den Werken in der Umgebung. Wer seine Produktion auslagere dürfe sich nicht wundern, wenn im Ausland an den Produkten geforscht werde und die dortigen Produzenten diese dann selbst auf den Markt bringen würden, ist Wolfgang Grupp überzeugt. Das ist sein Thema, der Standort Deutschland. Doch wer sich mit dem Schwaben unterhält, der ist schnell bei Grundsatzthemen: Globalisierung, Bildung, die Rolle der Frau. Grupps Weltbild ist einfach. „Kinder können nicht blöder sein als man selbst“, so Grupp. Und manchmal ist es konservativ: „Der Vater ist das erste Vorbild für den Sohn, die Mutter das Vorbild für die Tochter.“ Grupp, selbst Vater von einem Sohn und einer Tochter, hat es in seiner Familie so gemacht. Sein Sohn studiert in London, irgendwann wird er einmal Trigema-Chef sein. Wenn Kinder den Betrieb der Eltern nicht übernehmen würden, dann hätten die Eltern versagt, findet Grupp. Bei den Grupps, so muss man glauben, läuft alles. Seine Frau Elisabeth arbeitet im gleichen Großraumbüro und kümmert sich um die „Testgeschäfte“. Fabrikverkäufe will Grupp seine Läden nicht nennen, über die er mittlerweile rund 60 Prozent der gesamten Produktion verkauft.

Irgendwann wir er das Unternehmen übergeben, Burladingen verlassen wird er wohl nicht. „Ich hänge sehr an Burladingen und dem Kleinbürgerlichen.“