Bernd Behnke. Foto: privat.

Bernd Behnke. Foto: privat.

Dann kamen die olympischen Spiele in München und Behnke kam auf die Idee, dort zu arbeiten. Beim Bund Deutscher Radfahrer baute er die Jugendabteilung auf, später wechselt er als Jugendsekretär zum Deutschen Seglerverband in Hamburg. Damals wie heute: Sport ist für ihn wichtig: „Sport ist für mich ein wichtiges Lebenselixier.“ Er segelt und läuft Marathon.

Die weiteren Stationen von Bernd Behnke: er macht ein sogenanntes Sonderbegabtenabitur in Hessen, dann studiert er Jura in Gießen, später kommt auch noch ein Magisterstudium der Soziologie dazu. Es war die Zeit, als auch Brigitte Zypries und Frank Walter Steinmeier in Gießen studieren, erinnerte sich der Jurist an seine Kommilitonen von damals.

Nach dem zweiten Examen im Jahr 1983 lässt er sich als Rechtsanwalt in Löffingen nieder. Damals war er der einzige in der badischen Stadt. „Nach den ersten drei Monaten lief es.“

Neben seiner Kanzlei engagiert sich Behnke auch in der Kommunalpolitik, er ist für die CDU im Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister. Warum er das macht? „Manchmal suche ich nach dem Reiz noch.“

Aber auch in anderen Bereichen engagiert er sich: 1978 baute er einen Deutsch-Türkischen Kindertreff in Berlin Kreuzberg auf, dafür bekam er das Bundesverdienstkreuz verliehen.  „Das schaue ich manchmal an.“ Anerkennung, so Behnke, sei ihm wichtig.

Was zeichnet einen guten Strafverteidiger aus?

Man muss viel Verständnis für die Menschen haben, auch wenn sie schwere Straftaten begangen haben. Es ist eines der ältesten Rechte, das man einen Verteidiger bekommt.

Sie müssen sich im Strafvollzug auskennen. Man muss in sich ruhen und standhaft sein. So etwas kann man nicht lernen, das muss man haben.

Gibt es Fälle die Sie als Verteidiger nicht übernehmen würden?

Ich habe eine gewisse schau vor Kindesmisshandlung. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an. Es gibt Grenzfälle. Mord, Totschlag oder ein schweres Wirtschaftsdelikt, damit würde ich mich auseinandersetzten. Der Arzt kann auch nicht zu einem Patienten sagen: dich behandele ich nicht mehr.

Was war ihr schwersten Fall?

Einen schwersten Fall gibt es nicht. Ich habe einen Fall, der mich momentan sehr beschäftigt. Ein Mann sitzt 39 Jahre in Haft, 1971 wurde die Tat begangen. Wenn sie schauen was die Terroristen bekommen haben, dann ist das Strafmaß mit 39 Jahren überzogen. Das Verbrechen ist schlimm, aber auch die Höchststrafe muss angemessen sein.