Meuterei im Atomkraftwerk
Gorleben, Asse und Tschernobyl sind Brennpunkte ungeklärter Fragen. Café Endlager bezieht Stellung, und zwar genau dort, wo dies am dringlichsten erscheint: im Süden Deutschlands, dem Zentrum der deutschen Atompolitik. Die Ausstellung greift auf, was unsere Gesellschaft zusammen mit dem Atommüll endlagern wird – Überzeugungen,
Träume, Allmachtsphantasien, Ängste, Errungenschaften und Katastrophen.
Der temporäre Ausstellungsraum, ein transformiertes Ladenlokal in der Stuttgarter Eberhardstraße, widmet sich auf 1.500 Quadratmetern sowohl den technischen Etappen der Atomkraft – vom Uranabbau über den Betrieb bis zur Endlagerung – als auch verschiedenen Phasen ihrer gesellschaftlichen Wahrnehmung. Fotografien, Installationen, Filme und Kunstwerke spiegeln den Widerstand der 70er und 80er Jahre und Katastrophen wie Tschernobyl ebenso wider wie die Euphorie und Propaganda der fünfziger Jahre. Und was bedeutet es eigentlich, ein Endlager auf eine Million Jahre auszurichten?
In einem Rahmenprogramm werden Befürworter und Gegner der Atomkraft zu Wort kommen. Künstler kommentieren dies in literarischen, filmischen und musikalischen Beiträgen. Ein Katalog in Zeitungsformat wird die Thematiken mit Beiträgen, Interviews und Bildstrecken dokumentieren und ausführen.
Café Endlager ist die zweite Aktion im Rahmen der Projektreihe „Denkanstösse“, die von dem Energieversorger Entega ermöglicht wird. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Ralf Schmerberg, Berliner Filmemacher und Künstler, werden Aktionen entwickelt und umgesetzt mit dem Ziel, ein Bewusstsein für gesellschaftlich relevante Themen zu
schaffen und zum Diskurs anzuregen. Ko-Kuratorin der Ausstellung Café Endlager ist die Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin und langjährige künstlerische Beraterin des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Carola Dürr.
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