Trotz Kanzlerschaft: Pleite für die CDU

Wahlanalysen von Infratest Dimap und Landau Media geben Aufschluss über den Stimmungsumschwung in den letzten Tagen vor der Wahl.

Für viele Beobachter, Politiker und Journalisten, schien das Wahlergebnis eindeutig. Es wurde mit einer Schwarz-Gelben Mehrheit gerechnet. Erst am Ende konnte die SPD Punkt für Punkt aufholen, die Wahl führte zur großen Koalition.

Die CDU hat von Beginn an aktiv kommuniziert. Das Wahlprogramm, die anschließende Diskussion über die Mehrwertsteuererhöhung und die Vorstellung des Kompetenzteams. Die SPD kommentierte, dadurch wurde aus Prof. Dr. Paul Kirchhof der “Professor aus Heidelberg”. Das Konzept geht auf: Die CDU wird in diesem Zeitraum in den Medien am negativsten beurteilt. In diesem Zeitraum versucht Prof. Kirchhof sein Steuermodell zu erklären. Die SPD nutzt die Situation, um auf die aus Ihrer Sicht soziale Unausgewogenheit hinzuweisen.
Als Folge wird die SPD von den Wählern im Bereich soziale Kompetenz wesentlich höher als die CDU eingestuft.

Der Auftritt des Kanzler in der Berliner Runde am Wahlabend war mit einer deutlichen Medienkritik verbunden. Diese Kritik kann in der Medieninhaltsanalyse nicht bestätigt werden. Die Inhalte der CDU wie auch der SPD wurden in den Medien gleichermaßen objektiv bis kritisch bewertet. Die SPD hatte einen Anteil von 20% negativer Berichterstattung, die CDU lag mit einem Anteil von 24% sogar noch darüber.

Über den Autor

Gregor Landwehr Jahrgang 1983, ist gelernter Bankkaufmann und studierte anschließend Rhetorik, Kunstgeschichte, Politik und Philosophie in Tübingen. Seit 2005 arbeitet er als freier Journalist. Er hospitierte beim Staatsanzeiger in Stuttgart, der Nachrichtenagentur DDP in Berlin und Potsdam, beim NDR in Osnabrück und im ZDF Hauptstadtstudio.

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