Es gibt nicht nur Gewinner. Ein Blick auf die Verlierer des Aufschwungs. Ein Kommentar.

Die Lobpreisungen für die Wirtschaftsdominanz der Industriestaaten scheinen kein Ende zu nehmen. Eine Schattenseite dieser Wirtschaftserfolge gibt es anscheinend nicht. Von schlechtem Gewissen keine Spur. Wieso auch? Die ungerechte Verteilung wirtschaftlicher Profite interessiert scheinbar niemanden. Insbesondere in zentral-, west- und südafrikanischen Ländern werden wichtige Rohstoffe und wertvolle Bodenschätze ausgebeutet. Unter inhumanen Umständen bauen Bergleute in lebensgefährlichen Minen Edelmetalle ab, die für einen spärlichen Preis gekauft und beispielsweise in Handys verwendet werden. Kinder- und Zwangsarbeit in den entsprechenden Minen sind dabei üblich.

Handelsrichtlinien reformieren

Um das zu verhindern, ist eine prinzipielle Reformierung der Handelsrichtlinien notwendig, um rechtmäßig ablaufenden Handel zu gewährleisten. Durch gesetzliche Sanktionen sollten dubiose Rohstoffgeschäfte mit korrupt motivierten Minenbetreiber beendet werden. Der internationale Einsatz für eine faire Handelspolitik ist bislang zu gering.

Eine Maßnahme wäre, Unternehmen zu verpflichten, wahrheitsgemäße Angaben über die Herkunft ihrer Rohstoffe zu machen. Dies sollte auch öffentlich, beispielsweise im Internet, abrufbar sein. Da der Westen bislang stets seine wirtschaftlichen Interessen vertritt, aber gleichzeitig von den Rohstoffen Afrikas abhängig ist, ist es zu befürchten, dass es in naher Zukunft zu keiner strengeren Reform kommen wird. Hinter wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen treten die Probleme, die das Wirtschaftssystem schafft, zurück.