Mit der bevorstehenden Bundestagswahl stellt sich für jede Wählerin und jeden Wähler die Frage, welcher Partei sie oder er die Stimme geben möchte. Eine Orientierungshilfe für Unentschlossene bietet das wissenschaftliche, unabhängige Wahlhilfe-Tool ParteieNavi, das von Politikwissenschaftlern der Universität Konstanz am Konstanz Center for Data and Methods (CDM) in Zusammenarbeit mit dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften sowie dem internationalen wissenschaftlichen Konsortium „PreferenceMatcher” entwickelt wurde. ParteieNavi ist eine Ergänzung zum Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung und kam bereits bei der Bundestagswahl 2013 sowie bei der Landtagswahl 2017 im Saarland zum Einsatz. 

Soll es in Deutschland künftig ein Verbot von Diesel- und Benzinautos geben? Würden Sie für oder gegen die Einführung einer Obergrenze für Geflüchtete stimmen? Sollen Steuervorteile für Familien mit Kindern geschaffen werden? Anhand von 25 politischen Kernfragen wie diesen erstellt ParteieNavi ein politisches Profil seiner Nutzerinnen und Nutzer – selbstverständlich anonym. Das politische Profil wird anschließend zu den Positionen der Parteien ins Verhältnis gesetzt und auf einer „politischen Landkarte“ zwischen den Parteien eingeordnet. Zudem bietet das Wahlhilfe-Tool weitere Vergleichsmöglichkeiten und Informationen, um die Nutzerinnen und Nutzer dabei zu unterstützen, ihre politische Meinung mit den Programmen der Parteien abzugleichen.

Ein besonderes Merkmal von ParteieNavi ist seine wissenschaftliche Fundierung: Um eine wahlstrategische, aber möglicherweise verfälschende Positionierung der Parteien zu verhindern, greift ParteieNavi nicht auf gezielte Selbstangaben der Parteien zurück. Stattdessen nimmt ein unabhängiges wissenschaftliches Team die Einschätzung der Parteiprofile vor. Die Ergebnisse von ParteieNavi kommen zudem der Wissenschaft zugute: Die anonymen Meinungsbilder der Nutzer werden für die wissenschaftliche Wahlforschung eingesetzt – die Angabe von personenbezogenen Daten (Alter, Geschlecht) ist stets freiwillig.

ParteieNavi wurde in Zusammenarbeit mit dem internationalen wissenschaftlichen Konsortium „PreferenceMatcher” erstellt, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich (Schweiz), der University of Twente (Niederlande), der Technischen Universität Zypern sowie der Oxford Brookes University (Großbritannien) umfasst.