Kernbausteine der Landesinitiative soll die Gründung dieses Technologie- und Innovationszentrums Umwelttechnik und die Erstellung eines Umwelttechnik-Atlanten sein. Insgesamt zwei Millionen Euro habe das Land in den Jahren 2010 und 2011 für die Landesinitiative eingeplant. In den Folgejahren sollen dann jeweils weitere 870.000 Euro bereitgestellt werden.
Den „umfassenden Ansatz“ lobt der Hauptgeschäftsführer des Handwerkstags, Hartmut Richter. Man würde sich nicht nur auf bestehende Umwelttechnologien konzentrieren. „Wir stellen im Handwerk keine einzelnen Komponenten der Umwelttechnik her“, so Richter. Aber das Handwerk bringe die einzelnen Dinge zusammen und sei daher ein wichtiger Partner für die Unternehmen. Richter wünscht sich daher eine stärkere Kooperation, auch wenn es um die Entwicklung und den Vertrieb geht.
Beim Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie gibt es schon seit einiger Zeit eine Projektstelle Umwelt. Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied Wolfgang Wolf begrüßt es, das das Thema jetzt in der politischen Diskussion aufgegriffen worden ist. „Wir müssen noch in die Abstimmungsdiskussion gehen, wer was wie und wo macht“, so Wolf. Es gehe nicht darum, weitere Bürokratie aufzubauen, sondern die Dachmarke Umwelttechnik zu stärken, so der Verbandsvertreter.
Bei dem Treffen im Staatsministerium waren auch Umweltministerin Tanja Gönner und Wirtschaftsminister Ernst Pfister vertreten. Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten gaben sie  den Startschuss für die Landesinitiative Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. „Wir wollen die sich daraus bietenden Chancen nutzen, die vorhandenen Kompetenzen noch besser miteinander vernetzen und die Vorreiterrolle des Landes bei der Entwicklung, Nutzung und Verbreitung neuer Umwelttechniken weiter voranbringen“, kündigte Mappus an.
Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war hat Mappus auch Auslandsaufträge für baden-württembergische Unternehmen im Visier. „Das Land soll weiterhin Schrittmacher für Umwelttechniken in Europa sein“, so der Ministerpräsident.
Die Vorraussetzungen dafür seien gut, Baden-Württemberg sei eine der führenden Kompetenzregionen für Umwelttechnik, Ressourceneffizienz und Umweltinnovationen, sagte Umweltministerin Tanja Gönner. Im Jahr 2007 habe der Anteil der Umweltbranche am deutschen Bruttoinlandsprodukt acht Prozent betragen. Etwa ein Fünftel davon wurde in Baden-Württemberg erwirtschaftet. Bis 2020 könnte sich die Wirtschaftsleistung auf einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 14 Prozent nahezu verdoppeln. Nach aktuellen Prognosen würde sich in diesem Zeitraum das Weltmarktvolumen der Umweltindustrien auf 3,1 Billionen Euro erhöhen und gegenüber 2005 etwa verdreifachen.
Der Handwerksvertreter Richter ist voll des Lobes: „Ein sehr guter Ansatz und eine hervorragende Atmosphäre.“ Im Staatsministerium werden die Ergebnisse der Anhörung jetzt ausgewertet. Bei einem zweiten Treffen soll es dann eine konkrete Strategie geben. Über den genauen Teilnehmerkreis machte das Staatsministerium keine Angaben. Fest steht, dass neben dem Handwerkstag, dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie und einem Vertreter des Karlsruher Institut für Technologie auch die Fraunhofer-Gesellschaft und Vertreter der Firmen Bosch, Junker und Dantherm anwesend waren.