9.000 Teilnehmer sollen es gewesen sein, darunter auch die RAF-Terroristin Inge Viett, so die Angaben der Polizei. Rund 15.000 schätzen die Veranstalter. Am Kottbusser Tor geht es los, der schwarze Block führt die Demo an.
Es bleibt nicht lange friedlich. „Dann rechts ab, die spitze erreicht die karl-marx-strasse, zur würdigung wird die erste bank zerlegt. zunehmende vermummung, das einkaufscenter bekommt auch einiges ab. leichte hektik kommt auf, eine panne aktion, leute übernehmen verantwortung, es geht geschlossen weiter“, ist in einem Augenzeugenbericht zu lesen. Dieser beschwört den Geist von 89: „steine werden gelöst und aufgenommen. zwei banken, woole, kik und co müssen dran glauben, ein hauch von mai 89 weht durch die strassen.“

Polizisten werden in Sprechchören beschimpft: „Alle Bullen sind Schweine“ und „Ganz Berlin hasst die Politzei“ ist zu hören. Neben diesem gemeinsamen Feindbild geht es bei den Demos nicht mehr so sehr um die Rechte der Arbeiter: „Gegen Gentrifizierung, Vertreibung und Mitpreistreiberei“ lautet das Anliegen der Berliner im Jahr 2011. Für viele ist der 1. Mai ein Happening, ein Event. Gute Unterhaltung im Haupstadtleben, aus Tradition eben.