Muharrem Satir

Muharrem Satir

„Ich komme aus einer armen Familie“, erzählt Muharrem Satir. Das er später Professor wurde verdankt er auch seiner Mathematiklehrerin aus der sechsten Klasse. „Diese Lehrerin hat uns zu einer Prüfung geschickt, ich bekam ein Stipendium und konnte umsonst studieren.“ Bis heute ist er ihr dafür dankbar. Als er vor ein paar Tagen erfahren hat das sie schwer krank ist ließ er alles stehen und liegen und flog nach Istanbul. „Ich wollte ihr noch einmal danken“, sagt er.
Das Leben des Geologen von Muharrem Satir ist ein Leben zwischen Deutschland und der Türkei. Geboren wurde er 1945 in Rize, es folgte ein Studium an der Universität in Istanbul, anschließend war er Mitarbeiter an der Mineralogisch – Petrographischen Abteilung der türkischen geologischen Bundesanstalt in Ankara. Über Stationen in der Schweiz und Österreich kam er schließlich an die TU Berlin. Dort blieb er allerdings nicht lange, noch im selben Jahr ging er zurück in die Türkei wo er 1979 habilitierte.

1981 kehrte er nach Deutschland zurück, war wissenschaftlicher Angestellter in Tübingen und wird dort acht Jahre später Professor für Geochemie. „Ich bin Geowissenschaftler, aber eigentlich Geochemiker“, erklärt er. So kann er Altersbestimmung anhand von Isotopen vornehmen oder Umweltbelastungen untersuchen .

Nicht nur für seine wissenschaftliche Arbeit, sondern auch für seine ehrenamtliche Arbeit für die deutsch-türkische Zusammenarbeit bekommt er jetzt den Ehrenpreis des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart, in dem er sich auch engagiert. Daneben ist er für die Gazi-Kinderstiftung oder die Troia-Stiftung im Einsatz. Dort kümmert er sich um ein Waisenhaus und die Ausgrabungen, stellt Kontakte her und sucht Sponsoren.

„Er ist ein sachlicher interessierter Man der sich immer sehr zurückgehalten hat“, sagt Kerim Arpad, Geschäftsführer Deutsch-Türkisches Forums. Aber im Hintergrund habe er viel bewegt. Und wie sieht sich Muharrem Satir selbst? Er lässt lieber seine Kollegen sprechen. Als er im April in den Ruhestand ging hätten seine Mitarbeiter gesagt: „Er kann vor Wut rot werden, aber am Ende war er immer eine Persönlichkeit bei der die Menschlichkeit ganz vorne stand.“

Was ich an der Türkei schätze:
„In der Türkei sind die Menschen sehr aufgeschlossen. Besonders die offene, ehrliche Einstellung, und auch das Vertrauen.“

Was ich an Deutschland schätze:
„Die Zielstrebigkeit und das sie korrekt sind. Und besonders das man, obwohl man sich im Wettbewerb als Gegner gegenübersteht, fair miteinander umgeht. Ich habe immer offene Türen gefunden.“