Damals im Jahr 2008 rückte Lautenschläger in das fünfköpfige Führungsgremium der Bankenaufsicht BaFin auf. Die Bankenaufsicht in Bonn wird sie jetzt bald verlassen. Denn sie soll als Vizepräsidentin zur Bundesbank wechseln. Für die Juristin ist das ein weiterer Schritt auf der Karriere

Sabine Lautenschläger

Sabine Lautenschläger

leiter. Auf dieser steigt sie seit ihrem zweiten juristischen Staatsexamen im Jahr 1994 Stufe um Stufe hinauf. Immer im Bankenbereich, fast immer in der Bankenaufsicht. In der von Männern dominierten Finanzwelt hat sie sich Respekt erarbeitet. Unprätentiöse im Auftreten, hart und erfahren in der Sache.

Sie sei eine „Überzeugungstäterin“, sagen Kollegen. Und sie loben ihren Führungsstil. Dieser sei kollegial, sie habe ein offenes Ohr für Mitarbeiter und sehen die menschliche Seite. Eine ihrer großen Kompetenzen sei es, die Stärken und Schwächen von Mitarbeitern zu erkennen. Und auch ihre eigenen kenne sie natürlich genau. Bei so vielen positiven Eigenschaften ist bei vielen die Enttäuschung über ihren Weggang bei der BaFin groß, dies sei für die Bankenaufsicht ein Verlust.

Doch vielleicht waren es, neben ihrer fachlichten Erfahrung, grade diese Eigenschaften, die sie bis zur Bundesbank brachten. Fast sieht es so aus, als sei es für die gebürtige Stuttgarterin schon immer darauf hinaus gelaufen. Sie fängt als Juristin bei der Vorgängerinstitution der BaFin an, später wird sie Pressesprecherin der Bafin, dann Abteilungsleiterin, und seit 2008 ist sie die oberste Bankenaufseherin. So ein Job bringt viele Termine mit sich, auch am Wochenende. Für Lautenschläger, die sich selbst als „absoluten Familienmensch“ sieht, ist das nicht einfach. Nur weil sich ihr Mann um die Tochter kümmerte, jeden Umzug mitmachte und seinen Beruf hinten anstellte klappte es. „Wir haben eine ganz klassische Rollenverteilung – nur umgekehrt“, so Lautenschläger. Ihrer Tochter ist Stolz auf sie: „My mom rocks……”, schreibt sie über ihre Mutter.