Das Thema: “Die Kraft einer großen Idee. Europäische Moderne und Soziale Demokratie. Ein politisches Lesebuch.“ Auf den Buchdeckel des im Vorwärts Verlag erschienenen Buches, kamen die Namen aller Autoren. Die Auflistung liest sich wie das who is who der Sozialdemokratie. Von Egon Bahr bist Klaus Wowereit, von Berthold Huber bis Thorsten Schäfer-Gümbel sind alle dabei – natürlich inklusive einem Vorwort von Altkanzler Gerhard Schröder.

Das lässt auf den Inhalt hoffen, doch der enttäuscht leider. Jedem Kapitel ist eins der 44 Themen zugeordnet, zu jedem Thema gibt es einen meist rund zweieinhalbseitigen Aufsatz, anschließend wird der Platz mit mal mehr, mal weniger passenden Zitaten aufgefüllt. In den Aufsätzen lesen wir wohl bekanntes, etwa „Gleichheit ist einer der Grundwerte der Sozialdemokratie.“ (Thorsten Schäfer Gümbel zu Gleichheit) oder „Die ökologische Modernisierung wird zur Schlüsselfrage für einen neuen Fortschritt“ (Michael Müller zur Natur), immerhin mit einem Bekenntnis zu einem Rot-Grünen-Bündnis verbunden. Dabei kommen die Beiträge in der Regel über einen historischen Rückblick und eine Zustandsbeschreibung nicht hinaus. Visionen? Fehlanzeigen. Manchmal gibt es solche Ansätze, etwa bei Peer Steinbrück wenn er sein Kapitel zur Wirtschaf mit dem Satz beendet: „Die Verbindung ökonomischer Wettbewerbsfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit sollte zu einem Alleinstellungsmerkmal der SPD entwickelt werden.“ Aber genau da hört es dann eben auch schon auf. Wie genau solch eine Verbindung aussehen könnte wird nicht erläutert.

Man liest dieses Buch so gerne, wie man auch ein Parteiprogramm liest. Es wird wohl das Schicksal erleiden, in den nächsten Jahren als Präsent auf Parteiveranstaltungen der SPD gereicht zu werden. Ein „politisches Lesebeuch“, welches man gerne liest, ist es leider nicht geworden. Wer aber im SPD-Ortsverein mal eine kleine Rede schreiben muss, der findet in den einzelnen Kapiteln sicher wertvolle Anregungen.