Was steht eigentlich hinter dem Label „Made in Germany“?

Was ist der erste Gedanke, wenn man auf Produkten das Gütesiegel „Made in Germany“ prangen sieht? Historisch betrachtet käme Deutschland hierbei nicht sehr gut weg. Das Siegel wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in England, zum Schutz des Marktes gegen die Überflutung durch deutsche Billigprodukte eingeführt. Im Zuge des Wirtschaftswunders in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung. Deutschlands Exportboom führte dazu, dass „Made in Germany“ als Qualitätsmerkmal angesehen wurde, und das weltweit. Die Produkte aus der DDR wurden jedoch ebenfalls mit „Made in Germany“ betitelt, was zu einer zeitweiligen Abgrenzung des Westens mit dem Label „Made in W.Germany“ führte.

Wie viel Ausland darf es sein?

Doch wann darf ein Produkt überhaupt mit dem Gütesiegel „veredelt“ werden? Das Oberlandesgericht Stuttgart setzt dafür folgende Voraussetzung an: Bei dem Produkt müssen die wesentlichen Produktionsschritte in Deutschland vorgenommen werden. Wesentlich, so die Richter damals, seien die Produktions-schritte, die das Produkt im Verkauf auszeichnen. Das heißt, es dürfen auch durchaus Einzelteile des Produkts aus dem Ausland kommen.